E-Rechnung ohne Buchhaltungssoftware erstellen: der komplette Ablauf
Kurz beantwortet
- Für einzelne E-Rechnungen brauchen Sie keine komplette Buchhaltungssuite. Ein Generator, ein geordneter Belegordner und ein klarer Ablauf genügen.
- Klären Sie zuerst Format, Empfangsweg und Referenzen des Kunden. Danach folgen Stammdaten, Positionen, Steuerangaben und Zahlungsdaten.
- Erstellen ist nur ein Prozessschritt: Vor dem Versand prüfen, nach der Übermittlung Eingangsbestätigung und Originaldatei archivieren.
- Für Behörden ist meist XRechnung passend; im normalen B2B ist ZUGFeRD häufig die pragmatische Alternative.
Wann der schlanke Weg sinnvoll ist
Eine E-Rechnung ist kein besonderes Buchhaltungsprogramm, sondern eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format. Wer nur gelegentlich Rechnungen schreibt, muss deshalb nicht sofort ein Warenwirtschafts- oder Buchhaltungssystem einführen. Sie können die Daten in einem browserbasierten Generator erfassen und die fertige Datei in Ihren bestehenden Rechnungsprozess einordnen.
Der Weg ohne Suite passt besonders, wenn Sie:
- wenige Ausgangsrechnungen pro Monat schreiben,
- keine automatische Lager-, Mahn- oder Zahlungszuordnung benötigen,
- Rechnungsnummern und offene Posten bereits verlässlich führen,
- Empfängervorgaben selbst prüfen und die Versandbestätigung ablegen.
Bei hohem Volumen, mehreren Bearbeitern oder komplexen Abschlags-, Gutschrift- und Mahnprozessen spart eine integrierte Lösung dagegen meist Zeit. Entscheidend ist nicht die Größe Ihres Betriebs, sondern die Zahl und Komplexität der Vorgänge.
Was Sie vorab klären und bereitlegen
Der häufigste Fehler entsteht nicht im Generator, sondern davor: Die Rechnung ist inhaltlich richtig, erreicht aber wegen einer fehlenden Referenz oder des falschen Kanals nicht den Empfänger. Fragen Sie deshalb vor dem Erstellen nach den Annahmebedingungen.
| Bereich | Was Sie benötigen | Woher die Angabe kommt |
|---|---|---|
| Empfänger | vollständiger Name, Anschrift, ggf. USt-IdNr. | Auftrag, Bestellung oder Stammdaten des Kunden |
| Referenzen | Kunden-, Bestell- oder Vertragsnummer; bei Behörden ggf. Leitweg-ID | Bestellung, Vergabeunterlagen oder Ansprechpartner |
| Leistung | eindeutige Beschreibung, Menge, Preis, Leistungsdatum oder -zeitraum | Auftrag, Lieferschein, Leistungsnachweis |
| Steuer | Steuersatz und Steuerbetrag oder zutreffender Befreiungs-/Reverse-Charge-Hinweis | Ihr konkreter Umsatz; bei Unsicherheit Steuerberatung |
| Zahlung | IBAN, Zahlungsziel, ggf. Skontoangaben | Ihre vereinbarten Konditionen |
| Übermittlung | E-Mail, Kundenportal, OZG-RE oder vereinbarter technischer Kanal | Vorgabe des Empfängers |
XRechnung oder ZUGFeRD wählen
Beide Formate können die Anforderungen der europäischen Norm EN 16931 erfüllen. Die Wahl richtet sich nicht nach Ihrer Software, sondern nach dem Empfänger:
- XRechnung: reine XML-Datei, im öffentlichen Auftragswesen häufig vorgegeben. Für Bundesbehörden gehören regelmäßig eine Leitweg-ID und der vorgeschriebene Portalweg dazu. Details stehen im Ratgeber XRechnung an Behörden senden.
- ZUGFeRD: PDF/A-3 mit eingebettetem XML. Im normalen B2B praktisch, weil Menschen das PDF lesen und Buchhaltungssysteme die strukturierten Daten übernehmen können.
Der Gesamtprozess in sieben Schritten
- Anforderung sichern: Bestellung, Ansprechpartner, gewünschtes Format, Übertragungsweg und alle Referenzen in einem Vorgangsordner ablegen.
- Rechnungsnummer vergeben: Ihre eindeutige Rechnungsnummer aus dem eigenen Nummernkreis reservieren. Nicht erst nach dem Download improvisieren.
- Daten erfassen: Absender, Empfänger, Datum, Leistung, Steuer, Summen und Zahlung vollständig in den Generator eintragen.
- Format erzeugen: Für eine reine XML-Rechnung den XRechnung-Generator nutzen; für ein lesbares Hybrid-PDF den ZUGFeRD-Generator.
- Inhalt kontrollieren: Namen, Rechnungsnummer, Leistungszeitraum, Positionen, Steuer, Zahlbetrag, IBAN und Referenzen mit Auftrag und Leistungsnachweis abgleichen.
- Technisch prüfen und übermitteln: Datei vorab prüfen und danach ausschließlich über den vereinbarten Kanal senden.
- Archivieren: Strukturierte Originaldatei, Versand- oder Portalbestätigung und gegebenenfalls eine Korrektur gemeinsam ablegen.
Diese Prozesssicht ist wichtiger als eine lange Feld-für-Feld- Erklärung: Der Generator erzeugt die Datei, aber Sie behalten Verantwortung für Empfängervorgaben, sachliche Richtigkeit, Übermittlung und Ablage.
Prüfen, senden und Reaktionen bearbeiten
Öffnen Sie die erzeugte Datei nach dem Download noch einmal mit einer unabhängigen Ansicht. Bei XML zeigt ein Viewer, welche Werte tatsächlich im strukturierten Datensatz stehen. Die Lamuria-Prüfung kontrolliert Pflichtangaben und Rechenwege verständlich, ersetzt aber keinen vollständigen amtlichen Referenzvalidator und keine steuerliche Prüfung des Geschäftsvorfalls.
Beim Versand gilt:
- E-Mail nur verwenden, wenn der Kunde diesen Weg akzeptiert.
- Bei Portalen den erfolgreichen Status oder die Eingangsbestätigung speichern.
- Eine Ablehnung nicht durch Umbenennen der Datei „lösen“, sondern Fehlermeldung lesen, Daten korrigieren und die Rechnung nachvollziehbar neu ausstellen.
- Lamuria erzeugt und prüft Dateien, übernimmt aber keinen Versand an Kunden oder Behörden.
Original und Nachweise aufbewahren
Bei einer XRechnung ist die XML-Datei das Original. Bei ZUGFeRD ist das PDF mit eingebettetem XML die aufzubewahrende Originaldatei. Nach § 14b UStG sind Rechnungen grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren. Ein Ausdruck oder eine nachträglich erzeugte Ansicht ersetzt den strukturierten Originalbeleg nicht.
Für einen kleinen, belastbaren Ablauf genügen:
- Jahres- und Kundenordner mit konsistenter Benennung,
- Originaldatei plus Versand-/Portalnachweis,
- regelmäßiges Backup auf einem getrennten Speichermedium,
- eine kurze Dokumentation, wer Rechnungsnummern vergibt und Korrekturen ablegt.
Free, Pro und Datenverarbeitung
| Umfang | Aktueller Stand |
|---|---|
| Free erstellen | eine Rechnungsnummer je Business und Kalendermonat. XML und PDF mit derselben Rechnungsnummer zählen nicht erneut. Das ist keine Dauerzusage. |
| Anzeigen und Prüfen | Aktuell unbegrenzt kostenlos; ebenfalls keine Dauerzusage. |
| Pro | 9,90 EUR pro Monat oder regulär 99 EUR pro Jahr. Der Monatsplan wird nicht rabattiert; die Lizenz ist für maximal zwei eigene Geräte/Instanzen vorgesehen. |
Rechnungsinhalte bleiben lokal im Browser. Free sendet beim Download nur pseudonymisierte, aus Steuerkennung und Rechnungsnummer abgeleitete Hashwerte an den Lamuria-Quota-Zähler. Pro sendet keinen Quota-Request, kommuniziert aber für Checkout, Aktivierung, spätestens alle sieben Tage erfolgende Lizenzvalidierung und Deaktivierung mit Lemon Squeezy. Dabei werden keine Rechnungsinhalte übertragen.
Mit dem nächsten Vorgang anfangen
Empfängervorgaben und Rechnungsdaten liegen bereit? Erzeugen Sie die XML-Datei im XRechnung-Generator und prüfen Sie sie vor der Übermittlung. Für ein lesbares Hybrid-PDF steht alternativ der ZUGFeRD-Generator bereit.
XRechnung-Generator öffnenUnbegrenzt erstellen mit Pro: 9,90 €/Monat oder 99 €/Jahroder jährlich 79 € im ersten Jahr, danach 99 €/Jahr · Einführungspreis bis einschließlich 31. Januar 2027. Preise einschließlich anwendbarer Steuern; Angebot nur für Unternehmer. Alle Details zu Pro und den Preisen
Häufige Fragen
Brauche ich für eine E-Rechnung Buchhaltungssoftware?
Nein. Für einzelne Ausgangsrechnungen genügt ein Generator, wenn Sie Empfängervorgaben, Pflichtangaben, Prüfung, Übermittlung und Aufbewahrung selbst organisieren. Eine Buchhaltungssuite wird vor allem dann sinnvoll, wenn viele Rechnungen, Zahlungseingänge und Folgeprozesse automatisiert werden sollen.
Soll ich XRechnung oder ZUGFeRD wählen?
Entscheidend ist die Vorgabe des Empfängers. Behörden verlangen häufig XRechnung; im normalen B2B ist ZUGFeRD oft praktisch, weil das PDF lesbar bleibt und zugleich strukturierte XML-Daten enthält. Ohne Vorgabe sollten Sie den Kunden kurz fragen.
Bleiben meine Rechnungsdaten bei Lamuria lokal?
Ja. Rechnungsinhalte werden lokal im Browser verarbeitet und nicht hochgeladen. Free prüft beim Download nur pseudonymisierte Hashwerte beim Lamuria-Quota-Zähler. Pro sendet keinen Quota-Request, kommuniziert aber für Checkout, Aktivierung, spätestens alle sieben Tage erfolgende Lizenzprüfung und Deaktivierung mit Lemon Squeezy; Rechnungsinhalte werden dabei nicht übertragen.
Quellen
- § 14 UStG – Ausstellung von Rechnungen (Definition, Formate und Pflichtangaben)
- § 27 UStG – Übergangsvorschriften (Übergangsfristen für sonstige Rechnungen)
- § 14b UStG – Aufbewahrung von Rechnungen
- KoSIT – Standard XRechnung
- Forum elektronische Rechnung Deutschland – ZUGFeRD
Stand 3. September 2026. Sorgfältig recherchiert, aber keine Rechts- oder Steuerberatung. Prüfen Sie Empfänger- und Branchenvorgaben für Ihren konkreten Vorgang.